Tiroler Soziale Dienste wegen Lohndumpings von Gewerkschaft angezeigt

Innsbruck (APA) – Die mit einem drohenden Millionenverlust und einem damit verbundenen Jobabbau konfrontierten, für die Asylbetreuung zuständigen Tiroler Sozialen Dienste (TSD) kommen nicht aus den Negativschlagzeilen. Die Gewerkschaft zeigte die TSD nun wegen des Verdachts der Unterbezahlung in 80 Fällen bei der Tiroler Gebietskrankenkasse (TGKK) an, berichtete die „Tiroler Tageszeitung“ (Montagsausgabe).

Es gehe um insgesamt 500.000 Euro an Bruttolöhnen, hieß es. Rund 80 von 360 TSD-Mitarbeitern seien um vier Gehaltsklassen zu niedrig eingestuft worden – konkret in die Verwendungsgruppe 3 statt in die Verwendungsgruppe 7 des Kollektivvertrags der Sozialwirtschaft Österreichs. Laut Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) steht der Verdacht im Raum, „dass es seitens der TSD zu systematischen Unterbezahlungen im Sinne des Lohn-und Sozialdumpinggesetzes gekommen ist“. Die Geschäftsführung der Tiroler Soziale Dienste sei bereits mehrfach auf den Umstand hingewiesen worden, getan habe sich bisher nichts.

Durch die zu niedrige Einstufung seien den Betroffenen insgesamt mindestens 500.000 Euro an Bruttolöhnen entgangen, inklusive nicht abgeführter Steuern und Sozialabgaben. Hinzu kämen noch die Dienstgeberbeiträge an die Sozialversicherung. Es sei „beschämend, dass so etwas bei einem Landesunternehmen passiert“, kritisierte GPA-djp-Gewerkschafter Harald Schweighofer in der „TT“.

Soziallandesrätin Christine Baur (Grüne) verwies darauf, dass diese Angelegenheit in die operativen Agenden der TSD falle. Von dem ausgelagerten Unternehmen hieß es, Mitarbeiter, die sich falsch eingestuft fühlten, könnten sich „jederzeit an die Personalabteilung wenden“. Die Entlohnung von Hilfskräften innerhalb der Kollektivverträge der Sozialwirtschaft Österreich stelle aber „kein TSD-Spezifikum“ dar, sondern sei „Diskussionsgegenstand auch in anderen Fällen“.