Totaler Überwachungswahnsinn im Rapoldipark.

Am 24.August schrieb Herr Alexander W. eine entsetzte Email an den Bürgermeister und die Gemeinderatsfraktionen. Er war schockiert, da er beim Joggen zum ersten Mal die neuen Videoüberwachungssysteme im Rapoldipark gesehen hatte.

Nachdem man im Jahr 2005 die ersten fünf Kameras installieren ließ, rüstete die Stadt Innsbruck heuer den Bestand an Überwachungskameras im Rapoldipark auf 60 Stück auf. Das ist völlig überzogen, denn der Rapoldipark mißt gerade mal 0,035 km² (35.000m²). Würde man die Dichte an Überwachungskameras auf einen Quadratkilometer hochrechnen, so wären das 1714 Kameras/km². Das Londoner Stadtzentrum ist wohl der einzige Ort auf der Welt, der mit einem so dichten Netz an Überwachungskameras im öffentlichen Raum konkurrieren könnte.

Hinzu kommt, dass demnächst auch ein neues Beleuchtungssystem installiert wird. Dieses wird den Parkbesucher mittels Bewegungssensoren hell erleuchtet durch den Park geleiten, frei nach dem Motto: „Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir.“ Außerdem hat die Polizei die Möglichkeit den Park künftig auf Knopfdruck taghell auszuleuchten.

Es ist also künftig unmöglich den Park zu durchqueren ohne dabei nicht mindestens von zwanzig oder dreißig der Kameras erfasst zu werden. Und romantisches Sterneschauen wird angesichts der neuen „Sicherheitsbeleuchtung“ wohl auch schwierig, es sei denn man verharrt still wie die Statue des „Inneren Schweinehundes„, welche einst dem Rapoldipark künstlerische Inspiration verlieh. Wohin ist er wohl entschwunden, der Schweinehund?

Autorin: Irene Labner