TT-Leserbrief zur Karikatur von Jokesch, Flüchtlingsdebatte und Streitereien in der EU.

Das ist die hohe Kunst der Karikatur: mit wenigen Bildern und Worten ins Schwarze treffen. Und es gelingt Daniel Jokesch sehr gut: zwei Schwimmer, ein alter und ein junger, denen das Wasser bis zum Hals steht. Der junge fragt den alten, was sie gegen den Klimawandel unternommen hätten. Der alte meint lapidar, dass sie beschäftigt gewesen seien mit wichtigeren Dingen, nämlich den Flüchtlingen. Besser kann man es wohl kaum ausdrücken, was für eine Augenwischerei seitens der europäischen Regierungen derzeit passiert.

Tagtäglich wird das wichtigste „Problem“ in den Medien thematisiert. Es gibt scheinbar nichts Dringenderes und Gefährlicheres als die „Flüchtlingsflut“. Beinahe wäre an diesem Problem sogar die deutsche große Koalition gescheitert (wen kümmert’s?). Es konnte den Türkisblauen, der CSU und AfD nichts Besseres passieren als die Flüchtlingsmigration, um bei den Menschen die Angst vor „Überfremdung“ zu schüren. Guy Stern, Germanist und Holocaust-Überlebender, rät daher, darüber nicht zu schweigen, sondern zu streiten. Die Demokratie hat keine andere Waffe als die Entlarvung.

Man sollte dem Anti-Flüchtlings-Blabla etwas entgegensetzen und es nicht im Raum stehen lassen. Österreich und Deutschland sind in letzter Zeit um keinen Deut unsicherer geworden. Das will man uns nur suggerieren, um Grenzkontrollen und Polizeipräsenz zu verschärfen. Das nennt man wohl schlaue Propaganda.

Mag. Sylvia Dürr, 6020 Innsbruck

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