Es geht uns alle an!

1910 beschloss die II. Internationale Sozialistische Frauenkonferenz, auf Initiative von Clara Zetkin, die Einführung eines jährlichen Internationalen Frauentages. Seitdem kämpfen die Frauen an diesem Tag für ihre Rechte: bessere Arbeitsbedingungen, gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit und die Gleichstellung der Frau!

Der internationale Frauentag hat sich nicht überlebt! Der Kampf ist heute wichtiger denn je. Das Frauenwahlrecht gibt es zwar, ein Gleichbehandlungsgesetz ebenfalls, aber mit der tatsächlichen Gleichstellung zwischen Frau und Mann hapert‘s gewaltig! Statt gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit bekommen Frauen vermehrt prekäre Arbeitsbedingungen: mit Niedriglohnarbeiten, mit unfreiwilliger Teilzeit, in nicht sozialversicherten (geringfügigen) Minijobs.

Übrigens, 1991 war Gleichberechtigung der Ausgangspunkt bei der Diskussion um das gleiche Pensionsantrittsalter von Frauen und Männern. Nachdem sich ein Mann diskriminiert (???) sah, setzte der Verfassungsgerichtshof die geschlechtsspezifischen Regelungen des Pensionsanfallsalters als verfassungswidrig außer Kraft. Der VfGH anerkannte aber in seiner Begründung, dass Frauen in der Mehrzahl noch immer durch Haushaltsführung und Kindererziehung einer Mehrbelastung ausgesetzt seien.

Die damalige Frauenministerin Johanna Dohnal schnürte daraufhin das Gleichbehandlungspaket, das die Schlechterstellung bzw. Diskriminierung von Frauen abbauen sollte. Die darin angeführten Maßnahmen waren „als Gesamtschau der aus notwendigen Mindestvoraussetzung zu sehen, die realisiert oder eingeleitet werden müssen, bevor schrittweise eine Angleichung des Pensionsanfallsalters wirksam werden kann“.

Daher sollte erst ab dem 1. Jänner 2019 das Pensionsalter für vorzeitige Alterspensionen und ab 1. Jänner 2024 die reguläre Alterspensionsgrenze jährlich um 6 Monate erhöht werden, um ab 2033 ein gleiches Pensionsanfallsalter bei Frauen und Männer zu haben. Nur, heute, fast dreißig Jahre später hat sich beim geschlechtsspezifischen Einkommensunterschied in Österreich nur wenig geändert. Laut Prognosen schließt sich Einkommensschere in Österreich erst 2058″, titelte dazu „der Standard“ erst Ende Februar. Das ist ein handfester Skandal, der nicht nur die Frauen angeht!

Trotzdem diskutieren die Herrschenden, die „Gleichstellung Pensionsanfallsalter“ vorzuziehen. Aber genau das Gegenteil ist notwendig, die Anpassung des Pensionsalters ist bis zum Erreichen des ursprünglichen Ziel einfach auszusetzen!