Wer ist Wirtschaftsflüchtling?

Europ13a erlebt eine riesige Flüchtlingsbewegung. Zigtausende Männer, Frauen und Jugendliche verlassen ihr zu Hause und hoffen auf eine bessere Zukunft bei uns. Immer öfter werden sie kategorisiert. Die Kriegsflüchtlinge sind „die Guten“, die Armutsflüchtlinge „die Bösen“ – sie werden als sogenannte Wirtschaftsflüchtlinge abqualifiziert.

„Wirtschaftsflüchtlinge“, in der Zwischenzeit für mich das Unwort des Jahres. Denn warum kommt es überhaupt zu dieser riesigen Flüchtlingsbewegung? Weil sich auf Kosten der Mehrheit einige Wenige, in immer mehr Reichtum suhlen wollen. Dafür ist jedes Mittel heilig: Die Ausbeutung der Natur, das Vernichten der Umwelt, Landraub, Armut und Elend, an Hungertod sterbende Kinder und natürlich auch kriegerische Auseinandersetzungen…

Die Folgen: Das reichste Prozent der Weltbevölkerung besitzt bereits soviel wie der Rest der sieben Milliarden Menschen. Auch in Österreich ist der Reichtum nicht besser verteilt. Hier baden in „Dagobert-Manier“, die drei reichsten Prozent in der Hälfte des Gesamtvermögens. Aber, bezahlen diese Reichen und Schönen auch die Hälfte der Gesamtsteuerleistung. Natürlich nicht, denn „Fleiß und Leistung“ darf nicht bestraft werden – Armut allerdings schon und wird auch noch geächtet!

Aber selbst die Gesellschaftsrückführung ihrer ohnehin bescheidenen Steuerleistungen sind ihnen viel zu viel. Unglaubliche 7,6 Billionen Dollar haben Einzelpersonen derzeit in Steueroasen geparkt. Ihren Heimatländern gingen dadurch rund 190 Milliarden Dollar verloren, wird in der jüngsten Oxfarm-Studie die globale Ungleichverteilung des Wohlstands zitiert. Darunter klingende Namen wie McDonalds, Amazon, Apple oder Starbrucks.

Wer sind nun die Wirtschaftsflüchtlinge, die abertausenden Menschen, die aus Angst vor Krieg und Elend ihr zu Hause verlassen oder jene Herren im feinsten Nadelstreif die ihrem (gestohlenen?) Reichtum unserem Steuersystem entziehen?