Schuld am Rechtsruck?

Gestern habe ich trotz der Warnung KPÖ PLUS gewählt. Ständig wurde mir (meist von führenden Sozialdemokrat_innen) vorgeworfen, dass die KPÖ mit ihrer Kandidatur und mit ihrer kritischen Haltung zur herrschenden Regierungspolitik österreichischen Sozialdemokratie unnötiges SPÖ-Bashing betreibe und für eine kommende schwarzblaune Regierung mitverantwortlich verantwortlich sei.

Im O-Ton von SP-Funktionärin Angelika Frasl liest sich das so auf Facebook: „Wer heute KPÖ wählt könnte morgen mit FPÖVP aufwachen. Es sind dann alle Linken schuld, die heute Klein- und Kleinstparteien wählen und somit dafür sorgen, dass die Rechten mehr Mandate bekommen als die Parteien links der Mitte.“

Liebe Angelika die Wahl ist geschlagen, unser Wahlergebnis sicherlich nicht das Gelbe von Ei: Aber unsere 0,7 Prozent zusätzlich hätten auch bei der SP das Kraut nicht fetter werden lassen! Wäre ich bösartig, würde ich jetzt behaupten die SP mit ihrem „Kleineren Übel-Schwarzblau-verhindern-Schmäh“ ist jetzt für eine mögliche zwei Drittel ÖVP/FPÖ/NEOS-Mehrheit verantwortlich. Mit ihrem Stimmenraffen ist sie ja entschieden mehr verantwortlich für den Nationalratsrausfall, als der Wahlantritt der KPÖ-PLUS der SP geschadet hat. 

Nur so einfach mache ich´s mir nicht. Wir Kommunist_innen und Junggrüne müssen analysieren und ausdiskutieren warum wir trotz des engagiertesten Wahlkampfs der letzten Jahrzehnte außer in Vorarlberg überall an Stimmen verloren haben. Und, warum es uns wieder einmal nicht gelungen ist, mehr Menschen von der Sinnlosigkeit einer kleineren Übels-Wahl und für eine Stärkung von Links zu überzeugen.

Die Sozialdemokrat_innen sollten sich auch einmal selbst die Frage stellen, warum immer mehr ihrer ehemaligen Wähler_innen für die FPÖ anfällig ist. Und die Grünen, warum es bei ihnen zur Wahlschlappe kam. Meist sind nämlich nicht die ach so bösen Anderen schuld oder das dumme Wahlvolk schuld.

  

 

 

 

 

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