Wo bleibt da Hausverstand?

Bisher ist es schon möglich 72 Stunden pro Woche zu öffnen, doch den großen Handelskonzernen reicht das noch nicht; Die Rewe Group (Mutterkonzern von Billa) regt an die bis jetzt geltende Regelung um vier Stunden zu erweitern. Das würde angeblich mehr Arbeitsplätze schaffen.

Doch bei der letzten Ausweitung der Öffnungszeiten von 66 auf 72 Stunden wurden auch nicht mehr Arbeitsplätze geschaffen; Stattdessen wird das bestehende Personal immer mehr unter Druck gesetzt und es kommt immer mehr zum Arbeiten auf Abruf, ohne fest geregelte Arbeitszeiten. Vor allem Frauen mit Teilzeitbeschäftigung und geringem Einkommen haben darunter zu leiden.

Teilzeitkräfte werden meistens für 20 – 30 Stunden angestellt, doch selbst wenn sie auf Dauer 40 Stunden arbeiten sind das keine Überstunden, nur „Mehrarbeit“ die nicht besser abgegolten wird. Bei Bedarf „darf“ man gerne ein paar Stunden länger bleiben und wenn einmal ein Tag ruhiger ist wird man dafür früher nach Hause geschickt. Und das neue Arbeitszeitgesetz macht es noch schlimmer!

Nicht nur die Handelsangestellten sollten sich Sorgen machen wegen der Debatte; Der Handel war immer das Testlabor wie akzeptabel eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten allgemein ist. Und wenn der Supermarkt bis spät abends offen hat ist es auch leichter den einzelnen Arbeiter zu längeren Arbeitszeiten zu bewegen, da er ja eh noch später einkaufen kann…

LGJ – Linke Gewerkschaftsjugend (der junge Flügel des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB))