Zum Verzweifeln, bin schon wieder Stalinist!

Ich bin Kommunist! Hätte ich für jeden Stalinismusvorwurf einen Euro bekommen, wäre ich zwar kein Millionär, allerdings mein Bankkonto wäre wohlgenährt. Ich bin auch Gewerkschafter, und dass ich in dieser Funktion einmal – und das gleich in einem Topf mit meinen sozialdemokratischen, grünen und christlichen Kolleg_innen – wiederum zum Stalinisten mutiere, konnte ich mir bis jetzt nicht vorstellen. Der ÖSTERREICH-Herausgeber Wolfgang Fellner macht‘s möglich.

In einem Kommentar wütet der von der Presseförderung und steurgeldbezahlten Regierungsinseraten lebende Zeitungs-Zar so bösartig, dass jedeR Krone-Schreiberling neidisch werden könnte: „Die Art, wie stalinistische Arbeitsinspektoren eine junge Unternehmerin schikanieren, bis sie ihr Start-up-Unternehmen zusperrt, ist eine Schande. Die Foglars, Katzians & Co. sollten sich in Grund und Boden genieren. Wann wird der Kanzler ein Machtwort gegen seine ÖGB-Stalinisten sprechen? “

Warum solche Bösartigkeiten? Weil er tatsächlich Angst hat, dass „dieses Land von Gewerkschaft und Arbeiterkammer kaputtregiert wird“ weil von „flexiblen Arbeitszeiten bis hin zu modernen Arbeitsplätzen alles verhindert“ wird? Oder geht‘s im darum den neoliberalen Kapitalismus voran zu treiben, dass in seinem Betrieb Arbeitszeit-, Arbeitsschutz- und Mitbestimmungsgesetze tabu gesetzt werden, damit er despotisch über seine (Lohn)Sklaven herrschen kann?

Erst im Jänner zeigte der Fellner-Clan, was darunter verstanden werden kann. Der Chef vom Dienst beim Fernsehsender oe24.TV der Mediengruppe um „Österreich“ János Fehérváry wurde einfach gefeuert. Er hatte sich erlaubt, einen Betriebsrat im Fellner-Fernsehen gründen zu wollen. Nur „eine halbe Stunde habe es gedauert von der versuchten Betriebsratsgründung bis zur Kündigung und sofortigen Dienstfreistellung“, berichtete „Der Standard“ am 27. Jänner diesen Jahres.

Als Arbeiter, als Gewerkschafter und als Kommunist sind mir die Menschen und ihre Lebensbedingungen wichtiger als die „fellnerischen Geldsäckel“ mit ihrer Profitgier und Herrschaftssucht! So bleibt mir nur mehr festzustellen, insofern bin ich stolz  ein „Gewerkschaftsstalinist“ zu sein!